Rocker oder was? Eine (R)evolution im Skisport

Für manche ist es die stärkste Veränderung des Marktes seit der Einführung der Carvingski, für die anderen ist es ein alter Hut. Aber nun eins nach dem anderen. Das Rocker Prinzip lässt sich anhand dieses Bildes am einfachsten erklären:

 

Rocker Tech

Der Rocker Ski

Das Prinzip

Der Rocker Ski hat eine andere Spannung und somit einen verlagerten Kontaktpunkt. Es gibt, um das gleich einmal vorweg zu nehmen, mehrere Formen und Arten des Rockers: vom 20% Rocker für Beginner bis hin zum Full Rocker (Siehe Abbildung). Was bedeutet das nun aber für den Skifahrer?

Unterschiede zum Carver

Der größte Unterschied liegt in der Biegeliene, sprich der Vorspannung des Skis. Legt man den Rocker Ski flach auf den Boden so biegt sich im Gegensatz zum Carver die Schaufel leicht auf. Der Kontaktpunkt (Siehe Abbildung) verlagert sich somit Richtung Zentrum des Skis. Kontaktpunkt ist der Abschnitt am Ski, der, beim aufkanten, zuerst mit dem Schnee in Berührung kommt. Das hat zur Folge dass beim Rockerski erst nach dem Einlenken in die neue Kurve die volle Kantenlänge zum greifen kommt, ganz anders als beim Slalom Carver.

Vorteile

Durch die Verlagerung des Kontaktpunktes greift der Rocker Ski später mit seiner vollen Länge und ist somit weniger aggressiv als der normale sportliche Carver. Das Einlenken in die Kurven wird einfacher zu steuern und das kräftezährende Wegfahren des Skis gehört der Vergangenheit an. Diese Tatsache minimiert das Verletzungsrisiko, vor allem im Bereich Knie, enorm, da weniger Verschneidungen zu erwarten sind. Für Tiefschnee Experten, von denen übrigends der Trend kommt, bietet der Rocker einen starken Auftrieb. Durch die Aufbiegung der Schaufel bekommt man dieses “loose” Gefühl was man sonst nur vom Surfbrett kennt.

Nachteile

Durch die höhere Aufbiegung im vorderen Bereich des Skis sind bei hohen Geschwindigkeiten klare Nachteile zu erkennen. Die Laufruhe wird hier negativ beeinflusst und es kann zum leichten Flattern des Skis kommen. Auch auf besonders eisigen und harten Pisten ist der Rocker eher 2. Wahl da er nicht die Griffigkeit eines normalen Carvers mit sich bringt.

Für wen ist also der Rocker?

Für Skifahrer die sich im Allround oder Allmountain Bereich sehen, was wohl der Großteil ist, bietet der Rocker eine super Alternative. Anfänger und Fortgeschrittene können hier gleichermaßen vom “neuen” Prinzip profitieren. Auch die neue Generation der Freerider und Freestyler findet großen Gefallen am Rocker, da er im Powder und im Park eine sehr gute Performance abliefert. Seine hohe Drehfreudigkeit und sein starker Auftrieb sind hierfür verantwortlich.

Für wen ist er nicht?

Für sportliche Fahrer die gerne mal mit hohen Geschwindigkeiten auch auf harten und eisigen Pisten unterwegs sind, ist der Rocker nicht zu empfehlen. Hier bleibt die Wahl beim klassischen Racecarver.

Fazit

Im Snowboard Markt bereits etabliert, erobert die Rocker Technologie nun auch den Skimarkt. Alles in Allem kann man wohl von einer Evolution des Skimarktes sprechen, weniger von einer Revolution, da das Thema kein neues ist, sondern die Industrie nun Ihren Fokus hierauf verstärkt hat und die Technologie so in aller Munde gebracht hat. Hinsichtlich der Minimierung des Verletzungsrisikos und der Einfachheit der Schwungeinleitung und Führung ist der Rocker aber für die breite Masse eine tolle Alternative geworden.

Hier ist noch ein kleines Video das einen Rocker Ski auf der Piste zeigt:

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